BIO

JAMES FONDA«Ich fühle mich wie ein Ölbildmaler aus der Renaissance», sagt James Fonda über seinen Versuch, digitale und analoge Musik zu kombinieren. Das Ergebnis sind leichtfüssige, fliessende Songs über den Selfie-Wahn und dieSelbstauflösung in der Cloud. Das erste, selbstbetitelte Album von James Fonda sprengt die Grenzen, welche einem «analog native» auf natürliche Art und Weise gegeben wurden, und setzt Träume und Fantasien frei. Christian Aregger(Blind Butcher) veröffentlicht sein erstes Soloalbum als James Fonda. Einen Monat lang schrieb und produzierte Christian Aregger jeden Tag einen neuen Song, mit dem Ziel, sich von allen musikalischen Klischees zu befreien und nur auf sein eigenes Gefühl zu hören.

Wichtig dafür war insbesondere die Kombination des Analogen mit dem Digitalen: auch thematisch nimmt das digitale Zeitalter für den Pre-Digital-Native eine wichtige Rolle ein: Zwischen Selbstoptimierung, Selbstdarstellung und der posthumanistischen, fragmentierten Existenz in der Cloud versucht sich James Fonda zurechtzufinden: I have a phone upon my face / Remembering chats and crazy cats and gaps / Between my picture and myself.

Auf der Bühne schreitet James Fonda auf einem Laufbanddurch Zeit und Raum: Neue Universen erkunden, kreativer Ausdruck ohne Grenzen, keine Scheu vor Weirdness, dem perfekt polierten Image desmodernen Künstlers trotzend. Alles selber eingespielt, programmiert, gesungen, nur nicht selber getextet: Die Lyrics der neun Songs stammen nämlich allesamt vom freischaffendenLuzerner Autor und Theatermacher Christoph Fellmann.

Die erste Vorab-Single «Idiot Elvis» schafft den Spagat zwischen Vergangenheit und Zukunft brillant: Ein cooler, subtiler Drum-Machine-Groove mit luftiger Westerngitarre, kurligen Synthies und A-Capella-Einlagen. Dazwischen performt James Fonda seine Laufband-Moves wie ein Seventies-Cowboy in einer Wüstenlandschaft auf dem Mond, in der nichts mehr an die moderne Zivilisation erinnert, die irgendwann einmal mal da gewesen war. «Ghost Town Blues», eine weitere Songauskopplung aus «James Fonda» ist ein atmosphärischer Songmitfeinen Gitarren, luftiger Perkussion und überraschenden Vocoder-Harmonien. Was mit idyllischemIntro beginnt, mutiert langsam ins Absurde, als James Fonda am Schluss mit überdrehter Performer-Stimme über Touareg-Rock-Grooves singt: Without you in a whiteout room / I shout out loud / in a wingsuit on the horizon.Wahnsinn als Performance-Element. James Fonda ist ein erfrischendesProjekt eines erfahrenen und unerschrockenen Musikers mit viel Witz, Verspieltheit und nötiger Leichtigkeitin einer komplizierten Welt.

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